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Schlagzeilen, Pressemitteilungen, Direktlinks zu Programmen

Hilfsprogramme

Investitionsbank Schleswig-Holstein (26. Mrz.): Der Antrag auf Soforthilfe kann jetzt heruntergeladen und gestellt werden unter dem Menüpunkt "Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Selbständige (Bundesprogramm)"

Wirtschaftsbehörde Hamburg (27. Mrz.): Der Antrag auf Soforthilfe für Hamburg soll ab Montag auf dieser Seite verfügbar sein.

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge (25. Mrz) — Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes "Beitragsstundungen erst dann, wenn alle Hilfen genutzt sind" — Word-Vorlage für einen Antrag auf Stundung der Sozialversicherungsbeiträge (Rechtsklick -> speichern unter) (Text von MdB Hans-Peter Friedrich)

BMWi (23. Mrz):Kabinettsbeschluss zu Soforthilfen (Zuschüsse) — Anmerkung: das muss noch durch Bundestag (vorauss. 25. Mrz.) und Bundesrat (vorauss. 27. Mrz.) und dann vor Ort umgesetzt werden; von den schönen Worten in der PDF kann sich noch keiner was kaufen.

BMWi (20. Mrz.): go-digital Förderung zur Schaffung der technischen Voraussetzungen für Homeoffice u.Ä.

BMF (19. Mrz.): Steu­er­li­che Hilfs­maß­nah­men für al­le von der Co­ro­na-Pan­de­mie be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men — Word-Vorlage für den Antrag (Rechtsklick -. speichern untern)

Bayern (19. Mrz): Soforthilfe (Zuschuss)

Schleswig-Holstein (20. Mrz): "Finanzierungsinitiative" der Landesregierung

Nunja, ein Kreditprogramm, das es so in Normalzeiten auch gibt. Vielleicht mit etwas gelockerten Vergaberegelungen, aber die Risikobewertung durch die Hausbank und auch deren Zinssatz findet ganz normal statt. Auch das ist keine ökonomische Bazooka, insbesondere nicht für Kleinstunternehmen.

KfW: Corona-"Hilfe" für Unternehmen — Klingt stark nach "too little, too late":

"Die KfW wird für kleine und mittlere sowie bzw. für große Unternehmen je ein Sonderprogramm vorbereiten und schnellstmöglich einführen."

Informationen zu den tatsächlichen Bedingungen wird es wohl erst am 14. April geben. Hoffen wir mal, dass die bisherige Erbsenpistole sich bis dahin zumindest zu einer Schrotflinte verwandelt. Darüber, was eine ökonomische Bazooka ist, haben (Altmaier, Scholz) und ich vermutlich eine sehr unterschiedliche Vorstellung.

BMAS (16. Mrz): Erläuterung des Antragsverfahrens von Kurzarbeitergeld in der Coronakrise mit allen notwendigen Links.

Artikel

NWB (laufend aktualisiert): Sonderberichterstattung zum Thema Coronavirus

SPON (23. Mrz, 1855hrs): Ansprechpartner nach Bundesland

SPON (23. Mrz, 1837hrs): Eltern sollen bei Verdienstausfall entschädigt werden

SPON (21. Mrz, 1817hrs): Eventuell nächste Woche Gesetze, die insbesondere kleinen Betrieben tatsächlich (etwas) helfen könnten

SZ (20. Mrz., 1912hrs): Viele Worte, bisher nichts konkretes

SPON (19. Mrz, 1134hrs): Erste Erfahrungen mit unbürokratischer, schneller (natürlich nicht) Hilfe in der Krise

SPON (19. Mrz, 1038hrs): Bundesregierung will 40 Milliarden Euro für Kleinstunternehmen bereitstellen

Sonstiges

OpenPetition: Petition, Kleinstunternehmen und Freiberuflern zu helfen

Zusammenfassung

  1. Wie schlimm wird es? Vermutlich ziemlich schlimm. Stand heute (15. März 2020) gibt es in Deutschland 4800 / 5600 (je nach Quelle) bestätigt infizierte Personen. In den 14 Tagen davor verlief der Anstieg dieser Zahl log-linear (also exponentiell) beginnend bei 130 (RKI liefert keine offensichtliche Zeitreihe, daher Quelle Worldometers) am 01. März. Jetzt sind Maßnahmen ergriffen worden, die die Verbreitungsgeschwindigkeit reduzieren. Doch die Inkubationszeit beträgt 14 (?) Tage und damit wird vermutlich (da steckt viel Raterei in den Zahlen) auch die positiv-getestet-Anzahl erst in 14 Tagen die Anzahl der heute Infizierten repräsentieren. Der Anstieg dürfte also noch für zwei Wochen in selber Geschwindigkeit erfolgen, so dass wir in zwei Wochen bei 150.000 bis 300.000 positiv getesten Personen sein werden (eine solche Entwicklung zu extrapolieren ist keine sichere Vorhersage; nicht wundern, wenn es nachher nur 25.000 oder gar 500.000 sind, hier Vergleiche ich diese Extrapolation mit den tatsächlichen Zahlen). Dann dürfte (hoffentlich) aufgrund der ergriffenen Maßnahmen die Weiterverbreitungsgeschwindigkeit abnehmen. Die bisherigen Todesfallrate in Deutschland entspricht nicht der in anderen Ländern beobachteten Todesfallrate. Sie ist in Deutschland wesentlich niedriger. Ich werde freudig überrascht sein, wenn es tatsächlich dabei bleibt.
  2. Die meisten Betriebe in Deutschland werden hiervon negativ, einige positiv, betroffen sein. Wenn Ihr Betrieb, aus welchen unvorhersehbaren Gründen auch immer, positiv betroffen sein sollte, dann vergessen Sie nicht, dass Sie anscheinend dringend gebraucht werden, Sie persönlich stark belastet sein werden, und Sie angemessen entlohnt werden müssen. Falls (was wahrscheinlicher ist) Ihr Betrieb negativ betroffen ist, nutzen Sie alle Hilfsangebote, die Sie finden können, sonst haben Sie einen Wettbewerbsnachteil gegenüber denen, die diese Angebote nutzen. Nicht alle Betriebe werden diese Krise überstehen.
  3. Vermeiden Sie physischen Kontakt zwischen Menschen soweit möglich. Nutzen Sie die moderne Technik. Das schützt Sie meiner (rein quantiativen) Einschätzung nach nicht mittelfristig vor einer Infektion, aber es hilft, die Verbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren.

Ihr Christian Westphal

Keine Hilfe vom BMF

BMF: Anwendungsschreiben zu steuerlichen Hilfsmaßnahmen.

Meine Anmerkung: Gar nichts gibt es.

  1. Sie können einen Antrag auf Stundung (aller?) Steuern bis zum 31.12.2020 stellen. Die werden dann am 01.01.2021 fällig, wenn die Krise noch andauert und Sie auch keine Chance hatten, den Ausfall zu kompensieren. Glückwunsch BMF, danke für nichts. Außerdem müssen Sie nachweisbar, unmittelbar und nicht unerheblich von der Krise betroffen sein. Viel Spaß beim Nachweisen. Wer ist denn bitte nicht von der Krise betroffen (MdBs und eine gewisse Zeit sicherlich auch noch Ministerialbeamte ausgenommen)?
  2. Bei der Stundung kann in der Regel auf Stundungszinsen verzichtet werden. Herzlichen Dank. Muss also nicht drauf verzichtet werden. Wird also nicht immer drauf verzichtet werden.
  3. Wenn Ihr Gewinn einbricht, können Sie sogar Anträge auf Herabsetzung der Vorauszahlungen stellen! Oh, welch Entgegenkommen. Dieses Vorgehen ist auch jetzt bereits gesetzlich verankert. Also auch ein Null-Entgegenkommen.
  4. Vollstreckungsmaßnahmen werden (in bestimmten Fällen) bis zum 31.12.2020 ausgesetzt. Super, Ihr schickt also die Vollziehungsbeamten, die Euch nicht zur Verfügung stehen, nicht zu den Schuldnern, die eh kein Geld haben, um Ihnen nicht die letzten zwei Rollen Toilettenpapier zu pfänden, deren Nachschub Ihr nicht sichern könnt. Diese Gnade.

Das ganze stellt bestenfalls eine kurze Verschiebung Ihrer Probleme dar. Dennoch stellen wir natürlich die hierfür notwendigen Anträge für Sie, schließlich ist es immer noch besser als nichts. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie die o.g. Maßnahmen wünschen.

Liquidität erhalten

Eine Zusammenfassung der Hilfsmaßnahmen finden Sie hier. Hier geht es zur Meldung des BMF. Hier finden Sie weitere Nachrichten zur Unterstützung der Wirtschaft in der Coronakrise.

Viele Klein(s)tbetriebe (und anscheinend auch Großbetriebe, siehe Lufthansa) arbeiten ohne Polster für eine solche Krise. Brechen also die Aufträge/Kunden weg, so ist die Zahlungsunfähigkeit sehr nahe. Hiergegen helfen nur drei Dinge:

  1. Einsparungen wo möglich — das dürfte zumindest in der ganz kurzen Frist (ein paar Wochen) schwierig sein. Es ist vermutlich auch nicht schlau, seine gesamte Belegschaft zu kündigen, nur um festzustellen, dass die Personalkosten genau dann auf Null sinken (Kündigungsfristen), wenn der Betrieb (siehe Fabriken in China) wieder langsam anläuft. Hier wird also meist nicht viel Potential sein. Eventuell lassen sich Werbeanzeigen (es kommen ohnehin keine Kunden) oder ähnliches stoppen.
  2. Den Betrieb aufrecht erhalten — nicht immer möglich, und auch abhängig von Kunden und Lieferanten. Weiter unten finden Sie ein paar technische Tipps, wie Sie trotz Ausgangssperre in vielen Fällen arbeiten können.
  3. Geld besorgen — wirtschaftlich gibt es keinen Grund, Betriebe, die in einer Krise straucheln, mit irgendwelchem Geld zu versorgen. Von anderen betriebswirtschaftlich arbeitenden Wirtschaftsakteuren brauchen Sie sich keine Hilfe zu erhoffen. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsakteuere (hier unsere Regierung), die andere Interessen (in 3 Monaten noch eine irgendwie funtkionierende Wirtschaft) haben. Von dieser sind versprochen
    1. Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld(Personalkosten dürften vielerorts einen Großteil der Kosten ausmachen)
    2. Stundung von Steuerzahlungen — laut dem Schleswig-Holsteinischen Finanzministerium kann "in der Regel" hierbei auf Stundungszinsen verzichtet werden. Diese Option ist nur gut, wenn der Verzicht auf die Stundungszinsen auch in Ihrem Fall erfolgt. Ansonsten kostet das Geld 6% Zinsen (aber ohne Zinseszins) im Jahr. Da ist dann Option 3. mit 1% Zinsen die bessere.
    3. Unlimitierte Kredite für Unternehmen über die KfW

Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Falls wir die Lohnabrechnung für Sie übernehmen, und Mitarbeiter von Ihnen erkranken oder in (angeordneter) Quarantäne sind, reichen Sie uns bitte die entsprechenden Bestätigungen mit den Lohnunterlagen her, damit wir die entsprechenden Ersatzleistungen für Sie beantragen.

Eine Zusammenfassung der Hilfsmaßnahmen finden Sie hier. Hier geht es zur Meldung des BMF. Hier finden Sie weitere Nachrichten zur Unterstützung der Wirtschaft in der Coronakrise.

Technik nutzen

Insbesondere in Dienstleistungsbranchen kann vielfach auf den persönlichen Kontakt zumindest vorübergehend verzichtet werden. Hierfür hilfreich:

  • Tipps zur Telearbeit (auf Englisch)
  • Konferenztelefone. Diese bieten eine herovrragende Klangqualität, und ermöglichen das führen eines Gespräches mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig. Beispiel Yealink CP920 (bei uns im Einsatz), Überblick hier.
  • Videokonferenzen. Ob das Spaß macht, hängt von Kamera und Mikrofon ab. Als Kamera-Einstiegslösung taugt schon die Logitech Brio ULTRA-HD PRO wenn sich ein bis drei Teilnehmer auf einer Seite der Konferenz versammeln. Videokonferenzdienste gibt es wie Sand am Meer (Webex, Bluejeans, Skype,...). Probieren Sie einfach aus, was für Sie funktioniert.
  • Cloud-Dienste. Speicher im Internet, auf den auch einfach aus dem Homeoffice, auch von mehreren Personen, zugegriffen werden kann, ist nützlich. Einfach zu nutzen sind Microsoft OneDrive (in vielen Office 365 Paketen enthalten), Google Drive, Dropbox, etc. Falls es sicher und garantiert DSGVO-konform sein soll, lässt sich z.B. TeamDrive verwenden.
  • Dokumente. Müssen mehrere Personen räumlich verteilt an Papierbelegen arbeiten, so brauchen Sie einen gescheiten Dokumentenscanner. Ich empfehle die Fujitsu fi-Serie (fi-7030 als Einstiegsgerät, fi-7160, fi-7180) für DIN-A4 und kleinere Dokumente, notfalls auch A3 (Trägerhülle). Auch die ScanSnap Serie funktioniert gut, wenn es genügt, PDFs und JPEGs zu erzeugen (einfacher einzurichten, weniger Funktionalität).

Modell vs. Realität

Aus dem Anstieg vom 01. Mrz. (130 Fälle) bis zum 15. Mrz (5813 Fälle) schätze ich die Steigerungsrate der positiv Getesten in Deutschland auf 31% täglich. Diese liegt den Spalten (Modell)  zugrunde. Wenn die tatsächlichen Zahlen niedriger sind: gut. Wenn sie höher sind: no good. Die Zahlen unterliegen sehr vielen Einflüssen: wie viele Tests wurden durchgeführt, welche Fälle wurden an welchem Tag gezählt usw.

Anmerkung zu den Zahlen vom 21., 22. März: ich befürchte, dass der Einbruch bei den Zuwachsraten ein "Wochenendeffekt" (nicht so viele Tests wie sonst, Zahlen werden nicht zuverlässig weitergemeldet, usw.) ist und Anfang nächster Woche zu einem Nachholeffekt führen wird. Falls der Einbruch bei den Zuwachsraten echt ist, ist das ganze zwar noch nicht vorbei, aber es sieht dann schonmal (vorläufig, auch 10% Wachstum ist exponentielles Wachstum) viel besser aus.

DatumZuwachs
(Modell)
Endstand
(Modell)
Zuwachs
(Worldometers)
Endstand
(Worldometers)
Steigerung
%
15. Mrz. 5.813 5.813 
16. Mrz.1.8137.6261.4597.27225
17. Mrz.2.37810.0042.1049.37629
18. Mrz.3.12013.1242.95112.32731
19. Mrz.4.09317.2162.99315.32024
20. Mrz.5.36922.5854.52819.84830
21. Mrz.7.04429.6292.51622.36413
22. Mrz.9.24038.8692.50924.87311
Durchschnitt über die 7 letzten Tage23
23. Mrz12.12250.9914.18329.05617
24. Mrz.15.90266.8933.93532.99114
25. Mrz.20.86287.7554.33237.32313
26. Mrz.27.368115.1236.61543.93818
27. Mrz.35.903151.0266.93350.87116
28. Mrz.47.100198.126   
29. Mrz.61.789259.915   
Durchschnitt über die 7 letzten Tage 
30. Mrz.81.059340.974   
31. Mrz.106.339447.313   
01. Apr.139.502586.815   
02. Apr.183.008769.823   
03. Apr.240.0821.009.905   
04. Apr.314.9561.324.861   
05. Apr.413.1801.738.041   
Durchschnitt über die 7 letzten Tage